REVISION DER KREUZBANDPLASTIK

„Warum hat die erste Vordere Kreuzbandplastik versagt“

Trotz zunehmender Verbesserung der Versorgungsqualität und ständiger Weiterentwicklung von Operationsverfahren und Implantaten kommt es bei einer nicht unerheblichen Anzahl von Patienten zur erneuten Verletzungen der Vorderen Kreuzbandplastik.  Dies erklärt nicht nur die Zunahme der Revisionsrate für die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (ACL) in den letzten Jahrzehnten, sondern dürfte auch der hohen Sportbeteiligung und zunehmender körperlicher Aktivität geschuldet sein.

Was bedeutet Revision nach einer vorderen Kreuzband-OP?

Das Scheitern einer primären Vorderen Kreuzbandplastik macht ca. 6,2% der Operationen aus. Davon sind ca.30 % traumatische Ursachen, ca.65 % nicht-traumatische und ca.7 % biologische Ursachen. Unbefriedigende Ergebnisse nach Kreuzbandplastik können verschiedene Ursachen haben. Ist ein Revisioneingriff notwendig, so ist eine eine präzise Planung vor erneuter Operation und Ursachenanalyse unabdingbar.

Revision bezeichnet in der Medizin die Wiederholung oder Erweiterung eines zuvor durchgeführten Eingriffs (Revisonsoperation). Der häufigste Grund für eine Revision ist der unzureichende Erfolg des vorangegangenen Eingriffs oder aufgetretene Komplikationen. Mit der Revision soll der ursprünglich angestrebte Behandlungserfolg oder zumindest eine Verbesserung des aktuellen Zustandes erreicht werden.

Warum kommt es zum Versagen der Kreuzbandplastik?

Die Ursachen für ein unbefriedigendes Ergebnis nach Kreuzbandplastik können vielschichtig und multifaktoriell sein. Eine nicht sorgfältige präoperative Diagnostik, technische Komplikationen während des chirurgischen Eingriffs sowie eine nicht angepasste postoperative Rehabilitation können zu einem Versagen der Kreuzbandplastik führen. Daneben spielen auch Faktoren eine Rolle welche durch den Operateur nicht beeinflusst werden können, wie z.B. die Compliance des Patienten und eine Ruptur des Transplantats durch ein erneutes Trauma.

Wann sprechen wir von einem Versagen der Kreuzbandplastik?

Eine Kreuzbandrekonstruktion kann als fehlgeschlagen betrachtet werden, wenn der Patient beim Sport sowie im Alltag über persistierende oder neu aufgetretene Instabilitätsgefühle klagt und eine Untersuchung des operierten Kniegelenks eine erhöhte Instabilität ergibt, oft bestehen latente Ergussbildungen („Flüssigkeit im Knie“) , die der Verletzte oft spät wahrnimmt.

 

Diagnostik der fehlgeschlagenen Vorderen Kreuzbandplastik

Die Ursachenanalyse erfordert eine sorgfältige Diagnostik vor erneuter operativen Versorgung. Anhand derer leitet sich unsere weitere Strategie der möglichen Revisionsoperation ab. In der Auflistung beschreiben wir die wesentlichen Untersuchungsmethoden, wobei die Entscheidung welche diagnostische Massnahmen zur Anwendung kommen, individuell patientenspezifisch sind.

Essentiell ist die klinische Stabilitätsuntersuchung zur Prüfung der Festigkeit und Stabilität der Plastik sowie Begleitinstabilitäten wie Innen- Aussenband, ALL; etc.

mit der Röntgenuntersuchung bekommen wir Aufschluss über Bohrtunnelposition -und Weite, Lage von Metallimplantaten, tibialer Slope (Sagitallneigung Tibiaplateau)

mit dem MRT (Magnetresonanztomogramm) erhalten wir weitere Informationen über Begleitverletzungen wie  Meniskus-Knorpelverletzungen, Bohrtunnelposition-und Weite, Transplantatzustand, Transplantatversagen der Plastik, Begleitinstabilitäten (Innen- Aussenband, ALL; etc)

Das 3D-CT (Computertomogramm) ist ideal zur genauen Bestimmung der Bohrtunnelposition-und Weite, falls dies mit MRT und Röntgen nicht eindeutig zugeordnet werden kann.

Die Röntgenaufnahme im Stehen gibt uns Aufschluss über eine Beinachsenfehlstellung  wie O-Bein- (Varus) oder auch X-Beinstellung (Valgus)

Labor und Mikrobiologische Untersuchung mit evtl . Punktatuntersuchung zum Ausschluss einer abgelaufenen Infektion bei der Erstoperation

Unsere Top 7

der häufigsten Ursachen für das Versagen der Kreuzbandplastik