(A)nother (C)hallenge in (L)ife – That`s all an ACL is!

Das Knie mit seinen Knorpelflächen und Bändern ist ein kompliziertes Gelenk und besonders bei bestimmten Sportarten sehr anfällig für Verletzungen. Nicht selten ist dabei eines der beiden Kreuzbänder betroffen, meistens das vordere. “Einer von 1000 Einwohnern im Alter zwischen 15 und 25 zieht sich pro Jahr ein Kreuzbandriss zu”.

Anatomie & Funktion

Jeder Mensch hat je Kniegelenk zwei Kreuzbänder – ein vorderes und ein hinteres Kreuzband. Der Name ist von der Struktur der Bänder abgeleitet, die ineinander kreuzförmig verlaufen und in etwa drei bis fünf Zentimeter lang sind. Das Kreuzband gehört zu den wichtigsten Strukturen im Kniegelenk und ist für die Stabilität des Kniegelenks, sowie auch für den harmonischen Bewegungsablauf notwendig.

In über 90% reisst das vordere Kreuzband !

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes entsteht oft im Rahmen einer “non-contact-Verletzung” (ohne äußere Einwirkungen) – zum Beispiel wenn man das Kniegelenk bei angespannten Oberschenkelmuskeln überstreckt oder verdreht. Häufig tritt die vordere Kreuzbandruptur bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln wie zum Beispiel Fußball oder anderen Ballsportarten sowie beim Skifahren auf, wenn sich das Bein bei angespannten Muskeln und Bändern verdreht.

Ein hinterer Kreuzbandriss kann seine Ursache darin haben, dass eine direkte äußere Gewalt auf das gebeugte Knie einwirkt (zum Beispiel durch einen Aufprall bei einem Verkehrsunfall) oder bei gewaltsamer Überstreckung. Das hintere Kreuzband reißt wesentlich seltener als das vordere.

Die Vordere Kreuzbandruptur

Operation der Vorderen Kreuzbandplastik

Symptome

Vorderes Kreuzband

Anzeichen für einen vorderen Kreuzbandriss können sein:

  • Zerreissungsgefühl mit “Plop Geräusch”
  • Ergussbildung im Kniegelenk (sofort, auch verzögert möglich)
  • Kniekehlenschmerz
  • Streck-und Beugehemmung – Beeinträchtigung der Beweglichkeit
  • Verminderung der Belastungsfähigkeit
  • Gangunsicherheit- Gefühl der Instabilität

Hinteres  Kreuzband

Anzeichen für einen hinteren Kreuzbandriss können sein:

  • Ergussbildung im Kniegelenk (sofort, auch verzögert möglich)
  • Kniekehlenschmerz
  • Streck-und Beugehemmung – Beeinträchtigung der Beweglichkeit
  • Verminderung der Belastungsfähigkeit
  • Knieschmerzen (akut oder schleichend), teilweise latent vorhanden
  • Ergussbildung im Kniegelenk
  • Schwellungen

Ursachen

Vorderes Kreuzband

70-80 % aller Verletzungen z.b.im Fussballsport sind sog. non-contact Verletzungen. Wesentliche Risikofaktoren im Fussballsport sind:

  • einbeinige Landung nach einem Sprung ( z.b. Landung nach einem Kopfball)
  • fixierter Fuß und Körpergewichtsverteilung über das verletzte Bein (z.b. Dribbling)
  • plötzliches Abstoppen bei gleichzeitiger Drehbewegung, gleichzeitigem Richtungswechsel (z.b.beim Abwehrversuch)
  • plötzliches Abstoppen und gleichzeitiger langer Ausfallschritt (z.b. erzwungener Richtungswechsel nach Fintieren des Gegenspielers)
  • seitliche Nachstellschritte während des Abbremsens (z.b. im Rahmen eines Abwehrversuchs)
  • die Überstreckung im Kniegelenk (z.b. Landung nach Kopfball)

Hinteres Kreuzband

Im Unterschied zum vorderen Kreuzbandriss kommt ein hinterer Kreuzbandriss nur selten vor. Ursache für eine hintere Kreuzbandruptur ist das Überschreiten der maximalen Dehnungsmöglichkeiten. Hervorgerufen wird eine solche Überschreitung zumeist durch äußere Gewalteinwirkung. Kommt es nämlich bei gebeugtem Knie zu einem gewaltsamen Schlag auf den Unterschenkel von vorne, kann das hintere Kreuzband reissen. Eine typische Verletzung ist der Aufprall des Unterschenkels an das Armaturenbrett eines Autos. Eine hintere Kreuzbandruptur tritt nur in seltenen Fällen isoliert auf, sodass meist auch andere Strukturen des Knies in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher können die Verletzungen bei einem hinteren Kreuzbandriss deutlich komplexer ausfallen als bei einem vorderen Kreuzbandriss.

Behandlung

Kreuzbandrupturen können sowohl konservativ als auch operativ behandelt werden. Die Indikation für eine Bandplastik hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.b.wie stark die Schmerzen und der Leidensdruck des Betroffenen sind, die Beweglichkeit des Gelenks beeinträchtigt ist, Unsicherheit beim Gehen vorliegt etc.

Konservative Behandlung Vorderes Kreuzband

Grundsätzlich zielt die konservative Behandlung darauf ab, die Schmerzen zu beseitigen,die Beweglichkeit, Belastbarkeit und Stabilität des Kniegelenks wiederherzustellen.

Folgende Therapien sind möglich:

  • Medikamentöse Behandlung: Die medikamentöse Behandlung hat zum Ziel, die Schmerzen zu lindern oder ganz verschwinden zu lassen.
  • Physiotherapie: Krankengymnastik- Spezielle Übungen zur Kräftigung der Muskulatur, Mobilisierung und Übungen zur Verbesserung der Landetechniken.
  • Physikalische Massnahmen: z.b.Elektrotherapie , Kältebehandlung
  • Hilfsmittel: z. B. Gehhilfen, Kniebandagen, Orthesen

Konservative Behandlung Hinteres Kreuzband

Die akute Hintere Kreuzband Verletzung weist oft ein gutes spontanes Heilungspotential auf. Daher ist ein konservativer Therapieversuch gerechtfertigt. Hierbei wird das Knie für 6 Wochen in speziellen Schienen ruhiggestellt bzw. mit einer bewegungsbegrenzten Schiene bewegt. Diese Schienen verhindern das Weggleiten des Unterschenkels im Liegen und bei Bewegung nach hinten.

Folgende Therapien sind möglich:

  • Medikamentöse Behandlung: Die medikamentöse Behandlung hat zum Ziel, die Schmerzen zu lindern oder ganz verschwinden zu lassen.
  • Physiotherapie: Krankengymnastik- Spezielle Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und Mobilisierung
  • Physikalische Massnahmen: z.b.Elektrotherapie , Kältebehandlung
  • Hilfsmittel: z. B. Gehhilfen, Kniebandagen, Orthesen

 

Operative Behandlung Vorderes Kreuzband

Kommt es im Rahmen der konservativen Behandlung zu keiner Besserung der Schmerzen und weiter bestehender Bewegungs-und Belastungseinschränkung mit Instabilitätszeichen (Giving- Way Zeichen), so ist die operative Stabilisierung empfohlen. Alle Operationsverfahren können in der Regel arthroskopisch, minimal invasiv, mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt werden.

Folgende operative Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Erhalt des eigenen Kreuzbandes: “Internal Bracing”
  • Augmentation der vorderen Kreuzbandteilruptur
  • Rekonstruktion der Vorderen Kreuzbandruptur

Operative Behandlung Hinteres Kreuzband

Kommt es im Rahmen der konservativen Behandlung zu keiner Besserung der Schmerzen und weiter bestehender Bewegungs-und Belastungseinschränkung mit Instabilitätszeichen (Giving- Way Zeichen), so ist die operative Stabilisierung empfohlen. Alle Operationsverfahren können in der Regel arthroskopisch, minimal invasiv, mittels Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt werden.

Folgende operative Verfahren stehen zur Verfügung:

  • Rekonstruktion der hinteren Kreuzbandruptur
  • Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandruptur mit posterolateraler Stabilisierung

Operation

Die Operation der vorderen Kreuzbandruptur hat das Ziel, die Stabilität des Kniegelenks wieder herzustellen und damit Beschwerden zu beseitigen, die Belastbarkeit des Knies zu erhöhen und Folgeschäden zu reduzieren. Zu Beginn der arthroskopisch assistierten Kreuzbandplastik erfolgt zunächst eine Arthroskopie . Dieses Verfahren gibt uns einen Aufschluss über weitere mögliche Schäden im Kniegelenk, wie Meniskusläsionen oder Knorpeldefekte und beschreibt die Art und Lokalisation der Rissbildung des Kreuzbandes. Wir unterscheiden zwischen mehreren operativen Verfahren (minimal invasiv) zur Behandlung der Kreuzbandruptur:

Vordere Kreuzbandplastik

Erhalt des eigenen Kreuzbandes: “Internal Bracing”

Bei bestimmten oberschenkelnahen, frischen Rissbildungen des vorderen Kreuzbandes Typ I und II  der Sherman Klassifikation setzen wir vermehrt das Verfahren des Internal Bracing ein. Dieses bietet dem verletzten Patienten die Chance, dass gerissene Kreuzband zu erhalten. Das Internal Bracing ist eine innere Schienung, die dem abgerissenen Kreuzband ihren ursprünglichen Weg vorgibt. Das am Oberschenkel abgerissene Kreuzband wird zunächst mit Nähten gefasst und wieder am Oberschenkel in einer speziellen Technik  transossär fixiert. Wir nutzen dazu das Selbstheilungspotenzial nach einem akuten Kreuzbandriss und ermöglichen somit die strukturierte und zielgerichtete Verheilung zwischen den Kreuzbandstümpfen. Anschliessend erfolgt mit der Internal Brace-Technik eine stabile “innere Schienung”, sodass nicht nur das eigene Kreuzband mit allen wichtigen Nervenendigungen erhalten bleibt, sondern auch eine sehr frühe Belastbarkeit des Kniegelenkes ermöglicht wird bei deutlich verkürzter Rehabilitationszeit.

 Bridge-Enhanced ACL Repair (BEAR)

Ein neues von der amerikanischen Ärztin MM. Murray aus Boston entwickelte Verfahren ähnelt dem Internal Bracing (sog.Bridge-Enhanced Anterior Cruciate Ligament Repair™ ,BEAR). Der wesentliche Unterschied des in Deutschland jedoch noch nicht zugelassenen Verfahrens besteht darin, dass zunächst die Befestigung des abgetrennten Kreuzbandes wieder am Knochen transossär erfolgt mit gleichzeitiger Abdeckung der Rissstelle mit einem Schwamm, der eigenes Blut enthält.

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Augmentation der vorderen Kreuzbandteilruptur

Das vordere Kreuzband (VKB) besteht aus mehreren, parallel verlaufenden Fasern, die in anteromediale (AM: weiter vorne und zur Mitte) und posterolaterale (PL: hinten,seitlich) Fasern eingeteilt sind. Die AM-Fasern oder auch AM-Bündel stabilisieren hauptsächlich in Beugung das Kniegelenk vor allem gegen eine zu starke Verschiebung des Schienbeines nach vorne, die PL-Faserbündel oder auch PL-Bündel stabilisieren streckungsnahe und schützen die Stabilität bei Drehbewegungen des Kniegelenkes. Nach dem Grundsatz  von Jack Hughston : ” Repair what is torn ” ersetzen wir bei Teilrupturen des Vorderen Kreuzbandes eines der gerissenen AM- oder PL- Bündel und lassen das intakte, funktionsfähige Bündel unberührt. Je nach Gewebsbeschaffenheit des vorhandenen Restgewebes des Bandes unterstützen wir die biologische Heilung mit einem Internal Bracing

Rekonstruktion der vorderen Kreuzbandruptur

Bei vollständiger Rissbildung des vorderen Kreuzbandes ist aktuell die Semitendinosus/Gracilis Sehne (STG) oder auch isoliert nur die Semitendinosussehne als Drei- und oder Vierfachschlinge als Bandersatz die Methode der Wahl. Dabei hat sich insbesondere die minimal invasive  All inside Technik bewährt. Die Vorteile dieser Op-Technik sind eine deutliche Reduzierung des Operationstraumas mit Verkürzung der Rehabilitationszeit.

Neben Fortschritten bei der OP Technik sind folgende Punkte für den Op Erfolg mitentscheidend:

  • Die Bohrkanalpositionierung sowohl des Oberschenkel-als auch des Unterschenkelknochens wurde optimiert. So wird heute, um eine anatomische Befestigung des VKB zu erreichen, der Bohrkanal des Unterschenkelknochens unabhängig von dem des Oberschenkels angelegt.
  • Das Bohrloch des Unterschenkels liegt im Zentrum des Ansatzareals des Vorderen Kreuzbandes.
  • Die Platzierung der Bohrkanäle orientiert sich an anatomischen Landmarken.

Unter Berücksichtigung dieser und anderer relevanter Grundsätze wie Transplantatwahl, Operationszeitpunkt, Fixationstechnik und Nachbehandlung können zum jetzigen Zeitpunkt sehr gute Ergebnisse (über 95 % Erfolgsquote) mit diesem Operationsverfahren erzielt werden.

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Unsere Empfehlung zur Vorderen Kreuzbandplastik:

Hintere Kreuzbandplastik

Rekonstruktion der hinteren Kreuzbandruptur

Die Versorgung der hinteren Kreuzbandruptur erfolgt mit zwei Sehnen, die von der Innenseite des Oberschenkels entnommen werden. (Semitendinosus- und Gracilissehne). Nach Präparation und Vorbereitung des Transplantates erfolgt die Transplantation arthroskopisch nach Bohren der Bohrlöcher im Ober-und Unterschenkel. Hierbei sollten möglichst viele Anteile des alten hinteren Kreuzbandes erhalten bleiben. Die Befestigung erfolgt oberschenkelseitig mit dem Tight- Rope System (Kippanker), am Unterschenkel mit einer auflösbaren Bioschraube.

Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandruptur mit posterolateraler Stabilisierung

Liegt gleichzeitig eine Verletzung oder Lockerung des Außenbandapparates vor, so sollte die zusätzliche Stabilisierung der äusseren Bandstrukturen ebenfalls zur hinteren Kreuzbandplastik erfolgen. Der Eingriff kann ebenfalls minimal-invasiv über zwei kleine Hautschnitte auf der Außenseite erfolgen. Ein Hautschnitt verläuft über dem Wadenbeinköpfchen, durch das ebenfalls ein kleiner Bohrkanal angelegt wird. Der andere Hautschnitt  liegt auf der Außenseite oberhalb des Kniegelenkes. Das Sehnentransplantat (Gracilissehne oft ausreichend) wird dann durch den kleinen Bohrkanal im Wadenbein gezogen und mit beiden Enden in den Kanal am Oberschenkelknochen eingezogen und dort mit einer selbstauflösenden Schraube (bioresorbierbare Schrauben) befestigt.

  

Unsere Empfehlung zur Hinteren Kreuzbandplastik:

Nachbehandlung und Rehabilitation

Im Zentrum der Nachbehandlung nach Kreuzbandplastik stehen verschiedene Behandlungsphasen, die unterschiedliche Schwerpunkte charakterisieren wie, z.b. akute Wundheilungsphase, die Zeit der Sehnen-Einheilung in die Knochenkanäle, Umwandlungszeit der Sehne in eine Bandstruktur und die Phase der Beseitigung der muskulären und neuromuskulären Defizite. Ziel dieser Behandlungen ist die aktive Kniestabilisierung, das Erreichen der vollen Beweglichkeit und eine achsengerechte Belastung zu erlangen, um dann durch Schaffen der konditionellen und koordinativen Grundlagen eine Vorbereitung zum sportartspezifischen Training anzuschließen. Erst nach Erlangen der vollen muskulären Kontrolle und nach dem Abschluss der Umbauprozesse ist ein risikoarmer Wiedereinstieg in belastende Sportarten sinnvoll.

Rehabilitation leicht gemacht

Vordere Kreuzbandplastik

Ihr Behandlungsfahrplan nach Kreuzbandplastik. Ein individualisiertes Nachbehandlungskonzept für die arthroskopische Operation der Vorderen Kreuzbandplastik.

Zum Behandlungskalender Vordere Kreuzbandruptur

Nachbehandlungsschema VKB Plastik mit Semitendinosussehne

Vordere Kreuzbandplastik mit Meniskusnaht

Ihr Behandlungsfahrplan nach Kreuzbandplastik mit Meniskusnaht. Ein individualisiertes Nachbehandlungskonzept für die arthroskopische Operation der Kreuzbandplastik mit Meniskusnaht.

Zum Behandlungskalender Vordere Kreuzbandruptur und Meniskusnaht
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