ACL -RSI Knee Score-Return to Sports

Bis zu 50 % der Sportler, die eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes (= Anterior Cruciate Ligamentum – ACL) erlitten haben, kehren nach erfolgreicher physischer Rehabilitation nicht zum ursprünglichen Niveau ihrer Sportaktivität zurück. Ausschlaggebend hierfür kann die Angst vor einer erneuten Verletzung sein. Der ACL-RSI Score wurde nun speziell dafür entwickelt, neben körperlichen Voraussetzungen auch psychologische Komponenten für eine Rückkehr zum Sport nach einer Operation des Vorderen Kreuzbandes zu beurteilen.

Risikofaktor Angst

Psychologische Faktoren bei der Rückkehr zum Sport, nach einer Verletzung, werden bisher in vielen Studien ausser Acht gelassen. Sport ist jedoch für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, ihrer Lebensqualität und protektiv für unterschiedlichste Erkrankungen, sodass die Wahrung des sportlichen Aktivitätslevels wichtig ist. Aus diesem Grund gilt es, neben dem Erreichen der physischen Funktionalität auch ein Augenmerk auf die psychischen Einflussfaktoren zu werfen.

Aussagekräftige Infografik von Mark Roe, die zeigt, dass 25% der Patienten/Sportler nach einer Kreuzbandoperation aufgrund psychologischer Faktoren nicht mehr in den Sport zurückkehren; überaus häufig wird Angst vor einer Wiederverletzung von den Patienten angeführt.

ACL-RSI Fragebogen Inhalt

Der ACL-RSI-Score ist aktuell der einzige Score, der sich vollständig auf die psychologischen Komponenten einer sportlichen Wiedereingliederung bei Sportlern mit Vorderer Kreuzbandoperation (Rekonstruktion) konzentriert. Er ermöglicht somit das frühzeitige Erkennen von Patienten, die sich aus primär psychogenen Gründen sportlich einschränken. Diese Erkenntnisse können in Rehabilitationsprogrammen gezielt genutzt werden, um psychologische Einflussfaktoren zu identifizieren und zu therapieren, beispielsweise das Selbstvertrauen der Patienten gezielt zu fördern. Der ACL RSI Score ist ein Patient Reported Outcome (PRO)-Instrument mit 12 Fragen und berücksichtigt für seine Beurteilung die Emotionen, das Selbstvertrauen und die Risikoeinschätzung des Sportlers bezüglich einer Rückkehr zum Sport nach einer Kreuzbandverletzung. Als Skala wurde die Variante der visuellen Analogskala mit 100mm gewählt.

Wie werten wir die Daten aus?

Die visuelle Analogskala reicht für jede Frage von 0 bis 100mm. 0mm bedeutet die größtmögliche negative Emotion, fehlendes Selbstvertrauen und negative Risikoabschätzung, während 100mm die größtmöglichen positiven Emotionen, Selbstvertrauen und positive Risikoabschätzung bedeutet. Alle Punkte der 12 Fragen werden zu einer Gesamtpunktzahl addiert und durch 12 dividiert, um einen durchschnittlichen Punktwert der 12 Fragen zu erhalten, die somit den ACL RSI Score bilden. Anhand dieses Scores können Patienten jeweils im Vergleich zu anderen Gruppen verglichen und beurteilt werden. Patienten mit niedrigem ACL RSI Score neigen eher dazu, ihren ursprünglichen Sport nach Kreuzbandoperation in geringerer Intensität oder gar nicht mehr durchzuführen.

wichtig zu wissen:

Missverhältniss zwischen der Erwartenshaltung bezüglich einer Rückkehr zum eigenen sportlichen Level und der Realität

Wie können wir das Vertrauen eines Sportlers stärken und seine Angst vor einer erneuten Verletzung verringern?

Aus unserer Erfahrung ist es wichtig, die Antworten des Tests mit dem verletzten Sportler durchzugehen und seine Bedenken, falls möglich anzusprechen und auszuräumen und / oder sportliche Aktivitäten oder einzelne Schritte vor denen Angst oder Vorbehalte bestehen, auszusetzen. Der ACL-RSI Score ist insgesamt ein wichtiges Instrument, der mit seinem Umfang von 12 Fragen mit überschaubarem Zeitaufwand durchführbar ist und somit gut in die Patientenbetreuung zu implementieren ist. Er ist essentieller Bestandteil unseres Testverfahrens- Returntomove- back to sports – und wird bei allen Sportlern nach Kreuzbandoperation obligat durchgeführt.

 ACL RSI Score zum Herunterladen: