Arthrose - Volksleiden ?

Verschleißerkrankungen an einem oder mehreren Gelenken dürfen mit zunehmendem Lebensalter und länger aktivem Lebensstil sicherlich als „Volkskrankheit“ bezeichnet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass Schädigungen des Knorpels lange als „unheilbar“ galten, da das Knorpelgewebe, einmal geschädigt, nicht in der Lage ist, sich selbst zu regenerieren. Als „ultima ratio“ bleibt oftmals nur die Möglichkeit des künstlichen Gelenkersatzes. Zur Linderung der Schmerzen erfolgten zumeist eine schmerzlindernde Medikation und krankengymnastische Behandlungen. Maßnahmen, die auch weiterhin ihren Stellenwert behalten.

Die Eigenfetttherapie- eine neue Behandlungsoption

Mit der Eigenfett-Transplantation steht dem behandelnden Arzt jetzt allerdings eine weitere Option zur Verfügung, die die körpereigene Heilungsfähigkeit unterstützen soll. Ein möglichst gelenkfreundlicher Stoffwechsel im betroffenen Gelenk, unterstützt durch Eigenfett -Injektionen, soll den Körper zur Regeneration anregen, sich damit positiv auf Entzündungen und Schmerzen im Gelenk auswirken und im Idealfall ein Fortschreiten der Arthrose verhindern helfen. Die Behandlung kann im Rahmen eines ohnehin vorgesehenen Eingriffs, beispielsweise einer Meniskus- oder Kreuzbandoperation, oder mittels eines gesonderten minimalinvasiven Eingriffs, sowohl in Voll- als auch in Lokal-Narkose, ambulant erfolgen.

Warum Fettzellen ?

Fettzellen enthalten auch die durch ihre Fähigkeit zur Neubildung von Zellen und Gewebe für die Reparaturprozesse im Körper wichtigen Stammzellen. Bislang ist der Rückgriff auf Stammzellen vorwiegend in Form von Knochenmarkszellen bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass die körpereigenen Fettzellen ein Vielfaches mehr an Stammzellen aufweisen als das Knochenmark. Durch die Übertragung des Eigenfetts in ein geschädigtes Gelenk sollen dessen regenerative Ressourcen künftig weit stärker genutzt werden, sowohl im Bereich des degenerativen Gelenkverschleißes als auch im Bereich der (Ein-)Heilungsförderung bei akuten Sportverletzungen, wie beispielsweise Meniskus- oder Kreuzbandverletzungen.

Welche Vorteile bietet die Methode?

Die Transplantation von körpereigenem, in Kleinstteile zerlegtem Fettgewebe bietet den Vorteil in einem vergleichsweise kurzen und schonenden Eingriff ohne unerwünschte Nebenwirkungen durch Fremdmaterial, da es sich ja um körpereigenes Material handelt, die Selbstheilungskräfte des Körpers in Bezug auf Gewebe- und Knorpelregeneration in einem geschädigten Gelenk zu unterstützen. Weltweit wurden bislang mit der noch jungen Therapieform bereits mehrere tausend Patienten behandelt. Mehr als 20 klinische Studien befassten oder befassen sich zur Zeit mit den verschiedenen sinnvollen Einsatzgebieten von Fettzellen mit mesenchymalen Stammzellen.

Der Prozess der Fettzellengewinnung

Unsere Empfehlungen

Wer ist geeignet für die Fettzellentherapie?

  • Patienten mit Gelenkschädigung oder -verschleiß, die sich nicht oder noch nicht für einen künstlichen Gelenkersatz entscheiden wollen 

  • Patienten, die ein Fortschreiten ihrer Knorpelschädigung im Sinne einer orthobiologischen Unterstützung verhindern wollen 

  • Freizeit- und Profisportler mit akuter Gelenkverletzung im Rahmen eines Gelenkeingriffes 

Vorteile der Fettzellentherapie: 

  • Risikoarm an Nebenwirkungen durch körpereigenes Material (körpereigenes Depot)

  • Kein Verlust von „Heilkraft“ der Fettzellen im Alter 

  • Zusätzliches Instrument im Kampf gegen Gelenkschädigung vor möglichem künstlichen Gelenkersatz 

  • vergleichsweise kurzer minimalinvasiver Eingriff 

Interview mit Dr. med. Volker Fass, Sportmediziner und Orthopäde mit Schwerpunkt Kniechirurgie zum Thema Therapie mit Eigenfettzellen

Dr. Volker Fass: Als operativ tätiger Orthopäde sehe ich zunehmend sowohl mittelgradige Arthrosen als auch durch Sportverletzungen geschädigte Kniegelenke von Profi- und Hobbysportlern. Diese Art von Gelenkschädigungen, die noch nicht direkt und zwingend nach einem künstlichen Gelenkersatz verlangen, aber bei denen doch mit fortschreitender Schädigung zu rechnen ist, verlangen nach einer angepassten Therapieform.
Dr. Volker Fass: Ich halte diese Methode für einen innovativen, vielversprechenden Ansatz. Gerade laufen weltweit mehrere Studien zum Einsatz dieser Methode, aber der Gedanke, die regenerativen Eigenschaften von Stammzellen für die Zellerneuerung und Reparatur von Gewebe zu nutzen, kennen wir aus anderen Gebieten. Bislang steht hierbei die Entnahme aus dem Knochenmark im Vordergrund, aber der Gedanke, sich zur Unterstützung der Heilung eines geschädigten Gelenkes auch des vorhandenen Fettgewebes zu bedienen, besticht durch die vergleichsweise unproblematische Umsetzung und die Tatsache, dass diese Fettzellen, im Vergleich zu Knochenmarkszellen, offensichtlich auch im Alter nicht an Heilwirkung verlieren.
Dr.Volker Fass: Es handelt sich hierbei um einen vergleichsweise kurzen, ambulanten Eingriff, der in Lokalanästhesie durchgeführt werden kann.
Hierbei wird, wie bei einer Fettabsaugung auch, mittels eines kleinen Bauchschnittes eine Kanüle eingeführt und eine kleine Menge Fett abgesaugt. Dieses wird unter sterilen Bedingungen innerhalb eines geschlossenen Systems gewaschen, gereinigt, fragmentiert und direkt wieder per Injektion in das eigene, geschädigte Gelenk eingebracht, im Knie beispielsweise in besagten Hoffaschen Fettkörper.
Dr. Volker Fass: Durch ein verbessertes Milieu im Gelenk soll der Einheilungsprozess, beispielsweise im Rahmen einer Kreuzband Operation verbessert und die körpereigenen Selbstheilungsprozesse aktiviert werden. Es geht darum, günstige Rahmenbedingungen für eine Heilung und Schmerzlinderung durch den Einsatz von Fettzellen zu schaffen, positive anti-entzündliche Effekte zu unterstützen und mögliche Begleiterscheinungen zu mildern. In Amerika wird dieses Verfahren bereits seit einigen Jahren von führenden Sportmedizinern mit Erfolg eingesetzt.

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